Popcorn vom Nikolaus

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Pop, pop, POPCORN

Popcorn

Das Haus vom Nikolaus ...


 steht in Pummersdorf, nahe der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten. Hier betreibt Nikolaus Zichtl mit seiner Familie eine Landwirtschaft nach ganz eigenen Regeln. Denn als Nikolaus 2013 den Hof seiner Eltern ĂŒbernahm, hat er sich ein paar essenzielle Fragen gestellt:

Wie kann man heutzutage Landwirt sein, ohne Mensch und Natur auszubeuten?
Ohne stĂ€ndig dem Druck grĂ¶ĂŸtmöglichen Wachstums ausgesetzt zu sein?
Wie betreibt man Landwirtschaft mit gutem Gewissen?

Nikolaus

DafĂŒr hat Nikolaus Zichtl kein einfaches, aber auf jeden Fall umsetzbares Drei-Punkte-Programm fĂŒr sich entwickelt, das sich im Wesentlichen und sehr vereinfacht wie folgt zusammenfassen lĂ€sst:

Produziere Nischenprodukte.
Geh in die Direktvermarktung.
Such dir gleichgesinnte Kooperationspartner:innen.

Wie alles begann

Popcorn

Eigentlich ist Nikolaus Ton- und Elektrotechniker. Erste Schritte in der Eigenproduktion wagt er nach der HofĂŒbernahme mit Most und EdelbrĂ€nden. Als Nikolaus bei einem Freund im Garten Popcornmais-Pflanzen entdeckt, eröffnen sich ihm ganz neue Wege
 

VerhÀltnisfragen

„98 Prozent der angebauten Maissorten sind Körnermais. Der pufft nicht.“ so Nikolaus. Der Mais auf den Feldern von Nikolaus allerdings pufft nicht nur, er hat auch noch ganz prosaische Namen, die auf die jeweilig gepuffte Form zurĂŒckzufĂŒhren sind: Butterfly und Mushroom. „Am hĂ€ufigsten wird die Sorte Butterfly – Schmetterling – als Popcornmais angebaut. Wenn die Butterfly-Körner gepufft werden, explodieren sie in alle Richtungen. Butterfly-Mais eignet sich hervorragend fĂŒr pikantes Popcorn, weil er mehr Volumen hat und sehr knusprig ist.“ Gleichzeitig ist Butterfly Popcornmais relativ instabil und zerbröselt schnell. Deshalb eignet er sich besser als TrĂ€ger fĂŒr GewĂŒrze. SĂŒĂŸe Sorten aber, wie etwa Karamell-Popcorn, die mit flĂŒssigen Zutaten veredelt werden, benötigen stabilere VerhĂ€ltnisse – und die bietet Popcornmais der Sorte Mushroom. Die Schwammerl-Form pufft kugelförmig und bietet damit ideale OberflĂ€chen fĂŒr Sirup und Co. 

Apropos: Was kommt dran an Popcorn vom Nikolaus?

Feld

„Nur heimische Produkte. Das Sonnenblumenöl kommt aus Österreich. Das Fruchtpulver beziehe ich von Familie Lehner aus Haag und das Steinsalz kommt aus Altaussee. Wir verzichten komplett auf kĂŒnstliche Zusatz- und Konservierungsstoffe.“

Popcorn

Mit Steinsalz – so heißt auch eine der acht Sorten, die Nikolaus herstellt – meint Nikolaus unser BAD ISCHLER Natursalz. „NatĂŒrlich experimentieren wir viel herum, und haben zum Beispiel Hanf oder Curry Popcorn gemacht. Aber eigentlich will ich das Sortiment ĂŒberschaubar halten und konzentrier‘ mich lieber auf die Sorten, die gerne gegessen werden.“

Sortenvielfalt

Regal mit Mais

Wir stehen mittlerweile vor der Korngalerie im kleinen Verkostungsraum, der gleichzeitig Empfangs- und Pausenraum ist. Im Regal stehen unterschiedliche Sorten als Korn und gepufft, aber auch alle anderen Zutaten, die Nikolaus fĂŒr seine EdelbrĂ€nde verwendet, sind hier zu sehen, Gerste und Gerstenmalz etwa. Wir lesen Ruby Red, Roman Black, Bear Paw, White Selection
 sehen rote Körner, schwarze, gelbe
 Mais ist eben doch nicht gleich Mais.

Popcorn Mais

Draußen braut sich in der Zwischenzeit ein kleines Unwetter zusammen. Bevor uns der Regen erwischt, fahren wir noch rasch mit dem Traktor aufs Feld – hinten drauf auf der Laderampe, so ein Bad Ischler on Tour Termin darf auch mal Leben am Limit sein. Die Felder im Mostviertel, westlich von St. Pölten, sind flach und der Blick geht weit bis zum Horizont, von wo sich die Wetterfront bedrohlich rasch nĂ€hert. Allein der Duft, der einem um die Nase weht, will nicht zu den zarten Maispflanzen am Feld passen. „Rundherum gibt es viel Ackerbau, aber auch Viehwirtschaft, und da vor allem HĂŒhner und KĂŒhe. Das riecht man, aber daran gewöhnt man sich. Rein olfaktorisch ist unsere Produktion so gesehen eine Bereicherung, zumindest fĂŒr die unmittelbare Nachbarschaft. Die freuen sich immer ĂŒber Abwechslung in der Luft.“

Vom Korn zum Popcorn

Mais

Mais ist eine komplizierte Pflanze, zumindest in unseren Breitengraden. Zwar ist es warm genug, um ihn anzubauen. Die geernteten Kolben aber haben noch eine zu hohe Restfeuchte und mĂŒssen als ganze Kolben in die Trocknung. Drischt man sie in diesem Stadium, erleiden die Körner BeschĂ€digungen und puffen nicht mehr. Nach drei bis fĂŒnf Tagen Trocknung können die Kolben gerebelt werden. Das ist freilich viel Aufwand,

aber auf Menge will Nikolaus ohnehin nicht hinaus. Es geht ihm um gutes Wirtschaften und langsames Wachstum. Deshalb kommen auch keine Riesenkinos als Kunden in Frage. „Wir beliefern Programmkinos. Die passen von der DNA her besser zu uns, weil die bei ihrer Film- und Programmauswahl auch auf QualitĂ€t statt QuantitĂ€t setzen.“

Popcorn Veredelung

Wir kommen zurĂŒck vom Feld, draußen geht sturzflutartig der Regen nieder, Donner und Blitz sind seine Begleiter. In einer kleinen feinen KĂŒche stellen zwei Mitarbeiterinnen an vier Tagen in der Woche acht Sorten Popcorn her. „Mais, Sonnenblumenöl, Salz, GewĂŒrze. Fertig. Das Salz geben wir ĂŒbrigens erst nach dem Puffen rauf, dann hat man es besser am Gaumen.“

Das Haus vom Nikolaus

„Das Haus vom Nikolaus war die Idee meiner Schwester, sie ist Innenarchitektin. Mit dem Logo hat sie das Wort Dachmarke ernst genommen: Weil unter unserem Dach, in meinem Haus, entstehen unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen. Alles zusammen sollte Platz haben. Außerdem finde ich persönlich die Sache mit dem Haus vom Nikolaus einen netten SchmĂ€h und oben drein enthĂ€lt das Logo auch die beiden Initialen meines Namens – N und Z.“ Wir finden das nicht nur einen netten SchmĂ€h, wir finden es auch sehr charmant.

Planung

Zum Haus vom Nikolaus gehört auch ein großes Lager – „da sind frĂŒher die Rindviecher gestanden“ – und ein Edelstahlsilo fĂŒr den Mais. Etikettierung und AbfĂŒllung erfolgen ebenso unter dem Dach von Nikolaus. Der Heuboden wurde zum Speicher umgebaut.

„NatĂŒrlich hab‘ ich viele Investitionen getĂ€tigt, noch bevor ich konkrete PlĂ€ne hatte fĂŒr unsere Reise. Aber schön an der Landwirtschaft ist, dass du, obwohl Landwirtschaft ja immer mit einem Riesenklotz am Bein gesehen wird, doch relativ flexibel bist und viel ausprobieren kannst. Und letztendlich geht es mir nicht darum, schnell hohe Gewinne einzufahren. So funktioniert kein gesunder Betrieb und schon gar nicht ein Familienbetrieb, wo du ja auf Generationen planst und dementsprechend mit den Ressourcen haushalten musst.“

Sack mit Mais

Familie Zichtl ist seit 1836 am Hof. Hat sich in den letzten Jahren viel verĂ€ndert in der Landwirtschaft am Hof? „Nein, aber die Zeit ist eine andere und damit die UmstĂ€nde. Deswegen war mir von Anfang wichtig, dass wir vom Diktat der Masse wegkommen und damit auch vom Weltmarktpreis. Und das geht nur mit einer eigenen Marke und einem eigenen Produkt. Erstaunlicherweise geht sich das alles aus, weil am Ende des Tages Kaufentscheidungen doch immer auch politische Entscheidungen sind. Und an meinem Popcorn sieht man, dass es doch eine ganze Menge Leute gibt, denen nicht wurscht ist, was sie kaufen, welche Zutaten verwendet werden und wo diese herkommen.“

GesprÀch

NatĂŒrlich schĂ€tzt Nikolaus die QualitĂ€t von BAD ISCHLER: „Mit dem Natursalz-Staub habt ihr ja extra fĂŒr mich ein neues Produkt entwickelt und die Staubform hat sich als ideal erwiesen, weil sich das Salz so perfekt am Popcorn aufbringen lĂ€sst und besonders geschmacksintensiv ist.“ DarĂŒber hinaus aber fĂŒhlt sich Nikolaus noch aus anderen GrĂŒnden wohl bei der Zusammenarbeit mit dem Team von BAD ISCHLER:

MENSCHLICHKEIT – „Vom ersten Besuch bis jetzt, bis zu diesem Termin, merkt man, wie ihr kommuniziert und wie ihr eure Beziehungen zu Kunden und Kundinnen versteht. Das sind Partnerschaften auf Augenhöhe, wo alle daran arbeiten, dass am Ende das bestmögliche Produkt fĂŒr Konsumentinnen und Konsumenten entsteht.“

REGIONALITÄT – „Die kurzen Wege, die das Steinsalz hinter sich hat, wenn es bei uns am Popcorn landet. Als österreichischer Landwirt und Produzent sind mir kurze Wege im Einkauf wie im Vertrieb wichtig. Und ich schau drauf, dass alle Zutaten, die in Österreich produziert werden können, auch von hier kommen. Das hat nicht nur mit der ProduktqualitĂ€t zu tun, sondern auch mit den Arbeitsbedingungen, die hier einfach besser sind als beispielsweise in Pakistan, wo ja das Himalaya Salz herkommt. “

Bevor wir uns von Nikolaus verabschieden – auch der Regen hat mittlerweile wieder ein wenig nachgelassen –, schnuppern wir noch alle kurz am Gerstenmalz, freuen uns ĂŒber die reiche Popcorn-Ausbeute fĂŒr kommende Fernseh-Abende und drĂŒcken einander herzlich die HĂ€nde mit der hoffnungsfrohen Aussicht: Wir sehen uns wieder.